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Aktualisiert am 16.02.2009

Geschichte der Stadtbücherei Velbert

 

Dieser Text bezieht sich auf die Geschichte der Stadtbücherei Velbert, die älteste Bibliothek im Velberter Bibliothekssystem. Die Büchereien in Neviges und Langenberg wurden 1975 im Rahmen der Gemeindegebietsreform mit der Velberter Bibliothek zur Stadtbücherei Velbert zusammengeschlossen.

 

1905

Am 6. Februar beschließen die Stadverordneten, eine städtische Volksbücherei einzurichten. Sie bewilligen einen Raum im Rathaus an der Marktstraße für die Aufstellung der Bücher sowie einen jährlichen Zuschuß von 500 Mark aus dem städtischen Etat. Mit einem Bestand von 1025 Büchern eröffnet die Volksbücherei am 25. November.
Ausgeliehen werden können die Bücher jeweils samstags von 18-20 Uhr.

 

1906

Gegen Ende des Jahres sind in der 20.000 Einwohner zählenden Stadt Velbert insgesamt 503 Lesekarten ausgestellt.

 

1907

Der Buchbestand ist auf 1699 Bände angewachsen. Wegen Überziehung der Leihfristen werden 581 Mahnungen geschrieben; zehn Bücher müssen durch die Polizei zurückgeholt werden.

 

1910

Das Bücherangebot hat sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdreifacht; 856 Lesekarten sind inzwischen ausgestellt.

 

1911

Ein zweiter Öffnungstag (Mittwoch) wird eingeführt und eine spezielle "Jugendschriftenabteilung" eingerichtet. Der 1905 gegründete Leseverein, der sich in seiner Satzung dazu verpflichtete, die Stadtbücherei finanziell und personell zu unterstützen, führt eine Neuerung ein: Statt Geld spenden gibt es nunmehr ausschließlich Buchspenden.

 

1913

Die Bücherei initiiert erste kleine Ausstellungen, von denen eine "Jugendbuchausstellung" mit 800 Besuchern die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht.

 

1918

Umzug der Bücherei vom Rathaus in das "Küllsche Haus" am Denkmal.

 

1919

Mit Dr. Willhelm Fentsch bekommt die Stadtbücherei als erste im Kreis Mettmann zum 1. Oktober ein hauptamtlichen Bibliothekar, der die drei ehrenamtlichen "Buchverwalter" ablöst. Am 7. Dezember wird der Bücherei eine Lesehalle angegliedert, für die 15 Tageszeitungen sowie 45 Periodika abonniert werden. Hinzu kommen zahlreiche Lexika. Die Gebührenfreiheit für jugendliche Leser entfällt. Der Büchereietat beträgt jährlich 4000 Mark.

 

1920

Zu den Neuerungen unter Dr. Fentsch gehört die Einführung täglicher Öffnungszeiten. Der Volksausschuss legt die Mindestausleihzeit auf drei Tage fest. Die Bücherei hat 2063 Leser (43 Prozent davon sind Arbeiter); Velbert zählt knapp 25000 Einwohner. Die Abschaffung der Gebührenfreiheit für Jugendliche führt dazu, dass weniger die Angebote der Bücherei nutzen.

 

1926

Der Hörfunk entwickelt sich zu einer ernsthaften Konkurrenz für das Buch. Vor allem jugendliche Leser bleiben der Bücherei zunächst einmal fern.

 

1927

Die Zahl der Leser steigt wieder; 900 Lesekarten sind ausgestellt. Die Einwohnerzahl hat sich auf nahezu 27000 erhöht.

 

1929

Die Lesehalle wird pro Jahr von annähernd 16000 Besuchern genutzt. Wegen der wieder steigenden Nachfrage durch jugendliche Leser wird die Jugendbuchabteilung weiter ausgebaut und erreicht einen Anteil von neun Prozent am Gesamtbuchbestand der Bücherei.

 

1930

Es werden Überlegungen angestellt, die Bücherei in das umgebaute und vergrößerte Rathaus zu verlegen.

 

1933

Die Nationalsozialisten lassen alle Bücher aus der Stadtbücherei entfernen, die sie als "undeutsch" einstufen, darunter Werke von Heinrich Heine und Erich Maria Remarque.

 

1938

Umzug der Bücherei in ein eigenes Gebäude, den "Offers".
Offers

 

1942

Der Buchbestand ist auf 17000 Bücher angewachsen.

 

1945

Die alliierte Besatzungsmacht lässt nationalsozialistisches und militaristisches Schriftgut aus dem Buchbestand entfernen, darunter auch Hitlers "Mein Kampf". Durch das amtliche Mitteilungsblatt werden die Leser am 12. Mai aufgefordert, die seit Februar fälligen Bücher nunmehr zurückzubringen.

 

1950

Neuer Büchereileiter wird Rolf Fahrenkrog, der 1908 in Wuppertal geboren wurde.

 

1951

Vom 1. Oktober an können Bücher gebührenfrei ausgeliehen werden, wodurch sich die Ausleihzahlen innerhalb weniger Monate nahezu verdoppeln.
Ausleihe im Offers

 

1953

Während auf einen Einwohner in NRW statistisch gesehen 0,20 Bücher entfallen, sind es in Velbert 1,7.

 

1960

Die Bücherei zieht vom "Offers" in die Oststraße und stellt dabei auf Freihandausleihe um. Für den Leser bedeutet dies: Er kann sich nunmehr sein Wunschbuch eigenhändig aus dem Regal nehmen. Die Kinder- und Jugendbücherei erhält einen besonderen Raum mit eigenem Eingang.
Umzug in die Oststraße

 

1969

Anneliese Henrich übernimmt die Leitung der Stadtbücherei.

 

1970

Start der Aktion Kindergarten. Mitarbeiter der Stadtbücherei bieten Kindern im Vorschulalter zweimal pro Woche Gelegenheit altersgerechte Bücher in ihrer gewohnten Umgebung kennen zu lernen.

 

1972

Zur optimalen Bestandserschließung werden Schlagwortkatalog und ein biographischer Katalog eingerichtet.

 

1974

Studenten der Hochschulen Wuppertal und Essen fragen auch in Velbert verstärkt nach wissenschaftlicher Literatur. Die Bücherei baut daraufhin den pädagogischen, psychologischen und soziologischen Bestand weiter aus.

 

1975

Durch den Zusammenschluß der Städte Langenberg, Neviges und Velbert entsteht das Bibliothekssystem "Stadtbücherei Velbert" mit einer Zentralbibliothek in Velbert-Mitte und Außenstellen in Langenberg und Neviges.

 

1977

Das bisher dezentral organisierte Mahnsystem wird in Velbert-Mitte konzentriert. Eine fotomechanische Verbuchungsanlage wird eingeführt.

 

1979

Die Bücherei hat 10121 Leser. Statistisch gesehen nutzt damit fast jeder zehnte Bewohner Velberts die Stadtbücherei.

 

1980

Teilnahme an der Jugendbuchausstellung "25 Jahre Deutscher Jugendbuchpreis".

 

1982

Ingeborg Körner wird mit der Leitung der Stadtbücherei beauftragt. Die Bücherei wechselt in das neue Kulturzentrum der Stadt. Im "Forum Niederberg" erhält sie größere Räume und eine zeitgemäße Ausstattung. Walter Kempowski liest während der Eröffnungsfeier aus seiner "Deutschen Chronik".

 

1985

Neue Leiterin der Bücherei wird Marianne Müller.

 

1987

Die Kinderbücherei bekommt ein Stoffnilpferd als Maskottchen, das auf den Namen "Polli" getauft, schnell zu einem bekannten Symbol wird.

 

1989

Eva Meier wird Leiterin der Stadtbücherei.

 

1991

Weil Bücher nicht termingerecht zurückgebracht werden, muss die Rückgabe von ca. 32500 Medien schriftlich angemahnt werden.

 

1995

"Shareware" heißt der neue Service, bei dem Software-Autoren ihre neuesten Programme zum freien Ausprobieren ohne Lizenzgebühren zur Verfügung stellen. Mehr als 700 Shareware-Disketten können in der Stadtbücherei ausgeliehen werden.

Die Bibliothek selbst führt das EDV-System "URICA" ein und beginnt mit der schrittweisen Umstellung aller automatisierbaren Bereiche im Bibliotheksbetrieb.

Ab 1. Oktober tritt eine neue Gebührenordnung in Kraft, Erwachsene zahlen einen Jahresbeitrag von 20 Mark. Aus bildungspolitischen Gründen brauchen Kinder und Jugendliche bis zum 17. Lebensjahr nichts zu bezahlen. Ihnen soll der Zugang zum Lesen nicht durch finanzielle Barrieren erschwert werden. Neu ist, dass die Einnahmen aus der Jahresbenutzungsgebühr erstmals zweckgebunden sind und dem Medienetat der Stadtbücherei zugute kommen.

Neues Medienangebot

 

1997

Der erste öffentlich zugängliche Internet-Arbeitsplatz wird im Rahmen eines kreisweiten Projekts in der Zentralbibliothek Velbert-Mitte eingerichtet.

 

1998

Am 27. Juli ist die Umstellung auf den EDV-gestützten Bibliotheksbetrieb nach dreieinhalb Jahren Vorbereitungszeit erfolgreich abgeschlossen. Äußerlich sichtbare Zeichen sind die PCs an allen Arbeitsplätzen der Bücherei und der neue computerlesbare Bibliotheksausweis im Scheckkartenformat für die Medienausleihe. Jeder Kunde kann jetzt an den PCs selbständig recherchieren, Medien verlängern, vorbestellen oder sein persönliches Bibliothekskonto einsehen.

 

2000

Im September wird die EDV auf das Programmsystem "Bibliotheca 2000" umgestellt. Die Stadtteilbüchereien Langenberg und Neviges werden an das neue System angeschlossen.

 

2002

Der Anteil der so genannten "Non-Book-Medien" erreicht einen Anteil von nahezu zehn Prozent am Gesamtbestand.

Eine eigene Homepage macht die Bücherei im Internet präsent.

Mit BIBNET ist die Stadtbücherei Velbert darüber hinaus im ersten gemeinsamen Online-Medienkatalog aller Stadtbibliotheken eines Kreises in NRW online vertreten. Sie ist einer der ersten Bibliotheken im Kreis Mettmann, die über den Online-Katalog auch interaktive Servicefunktionen wie Leihfrist- Verlängerungen und Vorbestellung ausgeliehener Medien für ihre Bibliothekskunden anbieten kann.
Veranstaltungen der Stadtbücherei aus dem Zeitraum 2002-2007 wurden in Auswahl auf der Webseite dokumentiert.
Ausserdem wird eine Premiere gefeiert: Speziell für die Stadtbücherei liest Schauspieler und Regisseur René Sydow aus "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme". Die Veranstaltung kommt sehr gut an, daher folgt im Jahr 2003 der letzte Teil der Trilogie, "Die Rückkehr des Königs".

 

2003

Jacques Berndorf, Autor der Eifel-Krimis, liest in der Zentralbibliothek. Die Stadtbücherei beteiligt sich an der Neanderland-Biennale: Comedian und Autor Herbert Feuerstein trägt im Spiegelzelt Episoden aus "Feuersteins Reisen" vor und zeigt dazu Filmausschnitte.

 

2004

Mit 418622 Medienausleihen, 189689 Bibliotheksbesuchern und 6443 Teilnehmern am vielseitigen Veranstaltungsprogramm erzielt die Stadtbücherei Velbert mit der Zentralbibliothek und den beiden Zweigstellen ein Rekordergebnis in ihrer fast hundertjährigen Geschichte.
Auch in diesem Jahr kommen prominente Gäste: Uta Ranke-Heinemann tritt im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung mit dem Verein Bücherstadt Langenberg im Bürgerhaus Langenberg auf. Bestseller-Autorin Rebecca Gablé liest aus ihrem Buch "Die Siedler von Catan".

 

2005

Die Stadtbücherei Velbert feiert Geburtstag. Mit einem Festakt, einer Jubiläumsschrift, einer umfangreichen Ausstellung und einem großen Fest würdigt sie ihr 100jähriges Bestehen.

100 Jahre Stadtbücherei Velbert
Im Veranstaltungs- Rückblick finden Sie Fotos von den Aktionen zum 100-jährigen Jubiläum.

Die Daten und Fakten zur Geschichte der Stadtbücherei Velbert wurden zusammengestellt von Christoph Schotten, Leiter des Stadtarchiv Velbert, erstmalig veröffentlicht in der Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum der Stadtbücherei Velbert. Das historische Bildmaterial stammt aus dem Stadtarchiv Velbert.

Quelle: 100 Jahre Stadtbücherei Velbert / Hrsg. Stadt Velbert. - Velbert, 2005. - 123 S. : zahlr. Ill.

 

Im Jubiläumsjahr 2005 ist Comedian Dirk Bach anlässlich der Neanderland-Biennale zu Gast und liest aus Walter Moers Buch "Die Stadt der träumenden Bücher".

 

2006

Die Stadtteilbibliothek Langenberg wurde 100 Jahre alt. Mehr zum Jubiläum der Stadtteilbibliothek Langenberg im Veranstaltungs- Rückblick.
In der Zentralbibliothek ist der Autor Ralf Isau zu Gast.

 

 

2007

Im Rahmen der Neanderland-Biennale wagt die Stadtbücherei ein literarisch-musikalisches Experiment: Die "Lit_Box" ist eine 120-minütige Klangcollage, nicht wiederholbar und exklusiv aufgeführt in der Zentralbibliothek.

 

 

2008

Die Leitung der Stadtbücherei wird von Anja Bley übernommen.
Das Medienangebot der Bibliothek wird um digitale Medien im Rahmen der Onleihe sowie um Spielfilm-DVDs erweitert.

 

2009

Die Stadtteilbibliothek Neviges wurde 100 Jahre alt. Am Freitag, den 2. Oktober 2009 wurde dieser Anlass mit einem Bibliotheksfest gefeiert. Im Mittelpunkt der Feier stand u.a. eine Ausstellung historischer Nevigeser Stadtansichten.
Im Rahmen des Landesmittelprojektes "Lernbegleiterin Bibliothek" werden in allen drei Velberter Bibliotheken Schülercenter eingerichtet, in denen alle schülerrelevanten Medien an einem Ort zu finden sind. Ausserdem gibt es die Möglichkeit zur Laptop-Ausleihe vor Ort.
Bestseller-Autor Michael Winterhoff referiert in der Zentralbibliothek über sein Buch "Warum unsere Kinder Tyrannen werden".

 

 

2010

Am Weltfrauentag (8. März) war Mirja Boes zu Gast in der Zentralbibliothek. Die aus Film und Fernsehen bekannte Comedian las aus "Boese Tagebücher" und riss ihr begeistertes Publikum zu heftigen Lachanfällen hin. Ca. 300 Besucher waren gekommen, um Mirja Boes live zu erleben.